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Fotos abzeichnen / Rastermethode

  


Workshop von Marcel Stach (26.07.2012)


Etwas abzuzeichnen, ist etwas, was sicherlich schon jeder versucht hat. Ob von Fotos, Malvorlagen, Illustrationen aus Büchern etc. also alles was irgendwie als Bildvorlage dienen kann. Welche Hilfsmittel ich hierfür verwende und wie ich es schaffe, dass das Abzeichnen auch richtig Spaß machen kann, das möchte ich Euch in dem folgenden Workshop gerne vorstellen.


Bildvorlage


Natürlich brauche ich für das Abzeichnen auch eine Bildvorlage. Wer das Ganze noch nicht, wie nachfolgend beschrieben versucht hat, bietet es sich an, für Übungszwecke erst mal nur einfache Vorlagen zu verwenden, wie z.B. eine Vorlage, bei der lediglich nur einzelne Gegenstände abgebildet sind. Ich habe speziell für diesen Workshop ein Foto von einer Teelichlaterne (siehe Abbildung 1.1) erstellt. Wer möchte, darf sich das Foto gerne auf den eigenen Computer herunterladen (Rechtsklick und "Speichern unter…" wählen) und dieses wie beschrieben nachzeichnen.


Fotovorlage Teelicht
Abbildung 1.1

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Vorbereitung Teil 1: Ein Raster zur Orientierung anlegen


Gerne möchte ich mich, hinsichtlich des digitalen Zeitalters, auf eine ausführliche Beschreibung anhand eines digitalen Fotos festlegen.

Für das Anlegen des Orientierungsrasters meiner Fotos verwende ich die kostenlose und frei erhältliche Software Gimp, welche für die folgenden Betriebssysteme zum herunterladen und installieren angeboten wird: Auf eine ausführliche Installationsanleitung möchte ich an dieser Stelle verzichten, da das Installieren sehr einfach und selbsterklärend ist.

Nachdem ich das Foto in Gimp mit "Datei -> Öffnen -> teelicht.jpg" geöffnet habe, rufe ich über "Ansicht -> Raster anzeigen" das Raster auf. Um die Rasteransicht zu verändern, rufe ich über "Bild -> Raster konfigurieren" die aktuelle Rastereinstellungen auf und verändere den Abstand für das aktuell in diesem Workshop verwendete Beispielfoto auf 205 x 205 Pixel. Für einen besseren Kontrastunterschied zwischen dem Foto und dem Raster empfehle ich die Rasterfarbe im gleichen Dialogfeld bei Darstellung auf rot einzustellen (siehe Abbildung 1.2). Anschließend bestätige ich die Einstellungen mit der OK-Schaltfläche. Nachdem alle Einstellungen abgeschlossen sind, sollte das Ganze wie in Abbildung 1.3 aussehen.


Rastereinstellungen bei Gimp
Abbildung 1.2

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Angelegtes Raster mit Gimp
Abbildung 1.3

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Vorbereitung Teil 2: Raster übertragen


Jetzt gilt es, das soeben mit der Software Gimp angelegte Raster auf das Zeichenblatt zu übertragen. Für das hier vorliegende Beispiel, dem Foto eines Teelichtes, habe ich ein A4 Zeichenblatt verwendet, einen Bleistift der Stärke HB sowie ein Lineal zum korrekten Abmessen der Linienabstände.

Wie im vorigen Abschnitt beschrieben, besteht nun unser Raster aus genau 10 mal 12 Rasterkästchen. Wichtig ist, darauf zu achten, dass die Anzahl der Kästchen beim Übertragen des Rasters auf das Zeichenblatt beibehalten wird. Eines der größten Vorteile der Rastermethode ist, dass ich die Größe der Kästchen variieren kann. Sind die Kästchen auf meinem Bildschirm zum Beispiel alle 2 mal 2 mm kann ich diese auf meinem Zeichenblatt größer oder kleiner Zeichnen. Somit kann ich die Zeichnung von diesem Foto auch auf einem Zeichenblatt der Größe A3 übertragen. Ich brauche lediglich nur die Größe der Rasterkästchen entsprechend anzupassen.

Ein A4 – Blatt hat die genaue Größe von 21 cm mal 29,7 cm. Dementsprechend zeichne ich mir zuerst den Mittelpunkt meines Zeichenblattes ein. Danach muss ich überlegen, wie ich nun die Kästchen entsprechend der Angabe von 10 Kästchen horizontal und 12 Kästchen vertikal auf mein Zeichenblatt verteile. Ich habe mich hierbei auf eine Kästchengröße von 2 cm mal 2 cm festgelegt und zeichne diese nun vom Mittelpunkt ausgehend auf mein Zeichenblatt (siehe Abbildung 1.4).


fertig übertragenes Raster
Abbildung 1.4

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Umrisszeichnung anfertigen


Nachdem nun alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, geht es nun an das eigentliche Zeichnen. Das soeben angelegte Raster dient hierbei als Orientierungshilfe. Um jetzt zum Beispiel bei der linken unteren Ecke des Teelichtes zu beginnen, zähle ich von links 3 und von unten 2 Kästchen ab, übertrage so meinen ersten Fixpunkt und fahre so mit jedem Kästchen fort (siehe Abbildung 1.5). Die von mir komplett fertig gestellte Umrisszeichnung des Teelichtes, kann man in Abbildung 1.6 sehen.


Die ersten Linien
Abbildung 1.5

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Die fertig übertragene Zeichnung
Abbildung 1.6

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Raster entfernen und nachzeichnen


Der Nachteil beim vorzeichnen eines Orientierungsrasters ist natürlich das dies nachträglich wieder entfernt werden muss.

Beim Radieren achte ich darauf, dass ich das Zeichenblatt nicht zerknittere. Dies lässt sich am besten verhindern, in dem ich den Radierer vom Körper weg über das Zeichenblatt führe. Beim Entfernen des Rasters, radiere ich, wie in Abbildung 1.7 zu sehen ist, durch die Zeichnung hindurch. Nun empfehle ich, die entstandenen Lücken nicht einfach wieder zu schließen, sondern die komplette Zeichnung leicht her auszuradieren, so dass diese kaum noch sichtbar ist (siehe Abbildung 1.8). Anschließend beginne ich die Linien mit einem Druckbleistift oder auch einen einfachen Bleistift der Stärke HB wieder deutlich sichtbar nachzuzeichnen. Die fertige Umrisszeichnung ist in Abbildung 1.9 zu sehen.


Zeichnung ohne Raster
Abbildung 1.7

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leichtes her ausradieren der gesamten Zeichnung
Abbildung 1.8

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Das fertig nachgezeichnete Teelicht
Abbildung 1.9

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Jetzt bin ich an der Stelle, an der die Umrisszeichnung fertig ist. Hier habe ich jetzt die Möglichkeit noch eventuelle Fehler zu korrigieren. Ein klassischer Fehler bei mir ist zum Beispiel, dass es ab und an vorkommt, dass die Linien nicht der Perspektive folgen.

Sind alle Fehler beglichen, kann es nun an das Schattieren gehen. Wie ich dies bewerkstellige und welche Hilfsmittel ich hierfür verwende, vor allem auch um die entsprechenden Helligkeits- bzw. Tonwerte zu übertragen, das werde ich demnächst in einem weiteren Workshop beschreiben.


Zusammenfassung


Die Rastermethode ist eine der beliebtesten Möglichkeiten bestehende Fotos oder allgemeine Bildvorlagen abzuzeichnen bzw. auch abzumalen. Einer der größten Vorteile ist, dass die Größe meiner Zeichnung im Vergleich zur Vorlage variieren kann. Anders formuliert kann ich das Motiv einer handelsüblichen Briefmarke mit der Rastermethode ohne große Probleme auf ein A3 – Zeichenblatt oder noch größer übertragen. Selbstverständlich kann ich diese mit der Rastermethode auch noch kleiner Zeichnen als diese schon ist. ;o)

Nachfolgend alle notwendigen Arbeitsschritte kurz zusammengefasst:
  • bei Digitalfotos mit einer geeigneten Fotosoftware das Raster am Bildschirm definieren
  • das soeben definierte Raster sauber auf das gewünschte Zeichenblatt oder allgemein auf den Malgrund übertragen
  • die Zeichnung beginnen zu übertragen
  • das Raster auf dem Zeichenblatt wieder entfernen (beim Vorzeichnen eines Ölgemäldes oder Acrylbildes ist es nicht zwingend erforderlich, da dies übermalt wird und von daher auch anschließend nicht mehr sichtbar ist)
  • die Zeichnung nachzeichnen
  • eventuell auftretente Fehler korrigieren
  • Schattieren oder "ausmalen"
Wer noch Fragen oder Anmerkungen hat, darf diese gerne direkt per eMail an mich stellen oder (wenn Angemeldet) an der Pinnwand meiner Facebook-Fanpage. Nun wünsche ich viel Spaß beim "nachmachen".


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